Offene Lernsysteme und der Übergang in geordnetes Lernen

23.11.2011

Als (Teilzeit-)Dozent bei der SAE Stuttgart sehe ich mit Interesse, wie dort Studenten aus einem geordneten Lernumfeld in den Beruf geführt werden. Mich würde nun aber auch interessieren, wie man ein offenes, anfänglich ungeordnetes Lernen (im Internet, auf der Straße, in offenen Gruppen) so organisieren und evaluieren könnte, dass es einen anerkannten Wert bekommt.

Um es als Frage zu formulieren: Wie kann unsere Gesellschaft, die ja berechtigterweise Wissen als Rohstoff und Antrieb definiert, ein möglichst niederschwelliges Angebot machen, um lernbereiten Mitmenschen einfache aber funktionierende Lernumgebungen zur Verfügung zu stellen und die Ergebnisse zu evaluieren und zu honorieren?
Wäre eventuell eine neue Volkshochschule denkbar, in der sich Lernbereite selbstständig organisieren und die erzielten Ergebnisse durch öffentliche Komitees abgenommen werden? Dieser Gedanke müsste etwas detaillierter formuliert werden, um Sinn zu ergeben und Handlungsschritte deutlich zu machen.
Dafür fehlt aber gerade die Zeit.
Meine Stichpunkte wären:

  • Lernorganisation über das Internet
  • Absprache von Themen über Abstimmungstools
  • Bereitstellung von Lernräumen und -Werkzeugen durch, ja wen?
  • Zielformulierung und Eingabe an ein Abnahme-Kommitee
  • Abnahme der Lernergebnisse durch ein Bürger- beisitzer-Kommitee
  • Ausgabe von Urkunden/Anerkennungen von Lernerfolgen, die damit als ‘Kleinstschritte in der Biografie’ auch für die Arbeitssuche oder sonstige Bewerbungen nützlich sind.

Als Mitglied eines Hackerspaces sehe ich, dass dort auch wild und ungebunden gelernt wird. Können Fortschritte von dort – nur als ein funktionierendes Beispiel einer freien Lernumgebung – überhaupt in eine Bewertungsraster transformiert werden? Ist das gewünscht und sinnvoll?

Dem gegenüber steht das Schulsystem, das ja auch viele Angebote macht. Allerdings sind diese Angebote zu einem überwältigenden Teil auf das erste Lebensviertel beschränkt. Ob das noch zeitgemäß ist?

Ein Forschungsfeld. Über jede Anregung dazu würde ich mich freuen

Ihre Meinung?

Textpattern mehrsprachig: das MLP-Plugin

19.11.2010

Textpattern mehrsprachig zu machen ist einfach. Nur ist die englische Hilfe etwas dünn, wie man Bausteine übersetzt. Ein Erkenntnisgewinn von mir – hier.

Irgendwann ist es dann soweit: der liebe Kunde möchte eine mehrsprachige Webseite und als textpattern-Fan baut man das Ganze auf ein bestehendes txp-System auf.
Beim surfen über die txp-Plugins wird schnell klar, dass man sich nunmehr auf das MLP-Plugin einlassen wird und los geht es.
Weil das Plugin ziemlich umfangreich ist, lädt man drei Dateien herunter, VOR der Aktivierung dieser Plugins wählt man die Sprachen. Dies unter
|Administration > Einstellungen > Sprachen |
Hier aktiviert man die Mehrsprachigkeit durch anklicken der Sprachpakete (Ich hätte gerne gewusst wo man die Pakete wieder de-aktiviert, nachdem ich versehentlich zuerst “Griechisch” statt “Englisch” angeklickt hatte… ).
Dann aktiviert man das Plugin wie gewohnt und man hat nun beim Reiter “Inhalt” eine neue Schaltfläche ganz rechts: MLP
textpattern MLP-Plugin 1

Hier werden die Artikel verwaltet, die man per Knopfdruck einzeln oder als ganzes Set duplizieren (“clonen”) kann. Der neue Artikel ist dann erst einmal im Status auf “Entwurf” gekennzeichnet und noch in der Originalsprache. Nun kann man die Übersetzung einfügen und den Artikel freischalten.

Die Hilfe beim MLP-Pack ist leider nur in Englisch und setzt voraus, das man mit den Textpattern-Tags klar kommt und die Mehrsprachigkeit von Bausteinen ist sehr kryptisch gehalten.

Bausteine mehrsprachig

Das MLP-Plugin kann auch Bausteine von Textpattern übersetzen. Bausteine in Textpattern sind zum Beispiel die Navigation, das Mailformular, oder sonstige wiederverwendbare Codeschnipsel. Hier wird die Mehrsprachigkeit dadurch erreicht, dass man MLP mitteilt, dass dieser Baustein zu ersetzen ist. Dies geht dadurch, dass man den gewünschten Baustein aufruft |Präsentation > Bausteine | nun den Code des Bausteins sichert (im Editor seiner Wahl) und dann in das frei gewordene Feld des Bausteins diesen Code setzt: ##neuer_bausteinname##
(Der Name ist wahrscheinlich beliebig, die beiden Doppelgatter sind wichtig)
Dann speichert man das Plugin wieder. Man wechselt nun zur MLP-Schaltfläche, dort zu den Snippets und dann in der Subnavigation zu den Bausteinen |Inhalt > MLP > Snippets > Bausteine |

Nun sehen wir links alle verwendeten Bausteine als senkrechte, anklickbare Spalte in blau. Und nun sind die Bausteine, die schon mehrsprachig sind, mit eckigen Klammern gekennzeichnet “ bausteinname [1] “. Darunter jetzt auch der Baustein, den wir vor her mit ##neuer_bausteinname## gekennzeichnet hatten.

Klickt man nun auf diesen Baustein, dann öffnet sich der MLP-Editor, der den Baustein als Link darstellt.

textpattern MLP-Plugin 2

Darüber wird angezeigt, wie viele Übersetzungen schon vorhanden sind. Klickt man auf den Baustein-Link, dann erscheint der MLP-Editor für die jeweilige Sprache und man fügt den vorher gesicherten (deutschsprachigen ) Baustein-Code ein. Nun kann man in die anderen Sprach-Felder sehr bequem die Mehrsprachigkeit dieses Bausteins realisieren.

Bei Fragen zum Vorgehen helfe ich gerne – Mail senden und los.

Ihre Meinung dazu:

Mindmapping auf dem Laptop: Freeplane, Mindmanager, Open Source und Vernunftware

15.05.2010

Mindmapping, Mindmaps und visuelle Planung – Programme für Windows, Mac und Ubuntu im Vergleich

Ich gehöre zur Gruppe der hartnäckigen Mind-Mapping-Nutzer. Angefixt wurde ich über einen Projektjob in Sindelfingen, bei dem der Mindmanager von Mindjet als Werkzeug auf den Rechner kam. Diese klassische Unternehmenssoftware für Windows konnte zum allerersten Mal Mindmaps auf den Screen zauberten. Und diese Maps als Text in Word exportieren. Cool. Bislang – also bis etwa 2003 – gingen Mindmaps nur auf Papier, waren aber ein gängiges Tool der Selbstorganisation.

Export in Mindmanager geht nicht mehr

Dann wechselte ich den Laptob, lernte Ubuntu kennen und verlieh den alter XP-Rechner mitsamt der Software. Er kam jetzt zurück und wurde für die ELSTER-Abgabe (“the artist formerly known as Oberbayrische Finanzdirektion”) als Win-Maschine wieder reanimiert. Damit kam auch der Mindmanager wieder zurück. Nur ist jetzt auf dem Rechner jetzt Open Office, aber kein Word mehr. Kein Export des Textes mehr, blöder kleiner #fail.

Für die Arbeit mit Mindmanager aber gilt, dass der Bildexport und interne Navigierbarkeit eine Freude sind. Denn auch sieben Jahre nach Erhalt sind die Bedienung und Oberfläche von Mindmanager einfach angenehm. Kompliment.

Freeplane

Für den Ubuntu-Rechner, also das aktuelle Arbeitstier, suchte ich deswegen eine Software fürs Mindmappen und fand im offiziellen Programm-Wandschrank der Bewegung für Software nur Freemind. Ich suchte noch nach anderen Programmen und landete schließlich bei Freeplane

Freeplane ist ein “Fork”, die Weggabelung eines Software-Projekts, hier also Freemind. Unzufrieden oder ehrgeizig oder sonst motiviert hat einer der Entwickler seinen eigene Version heraus gebracht und bietet es bei sourceforge zum Download an.
Hat man das Programm installiert registriert man mit Freude, dass an der aktuellen Version viele Entwickler-Jahre geschliffen haben. Eine verständliche Oberfläche bietet ein Programm, das enorm umfangreich ist. So exportiert Freeplane jedes übliche Format. Selbst HTML. Coolio.

Doch leider fehlt im Team der Linux-Entwickler ein engagiertes Design-Studio, das die Oberfläche grundlegend analysiert und modernisiert. Die Ansätze sindbereits gut, aber beim Arbeiten reibt man sich doch an merkwürdigen Knöpfen, Farben, Wahleinstellungen. Dennoch: Freeplane ist eine echte Empfehlung , weil es als Java-Programm auch in Windows und Mac läuft und ein echter Alleskönner im Export ist. Der Download wäre dann hier

Die Alternativen

Wer jetzt noch mehr – oder andere – Programme benötigt, um Ideen zu visualisieren, sollte sich auf die Wikiseite des Freemind-Projektes begeben. Dort werden in bemerkenswerter Offenheit alle Konkurrenten, Mit-Wettbewerber, aber auch alternative Wege zur Präsentation gezeigt.

‘Vernunftware’ für 35Euro/Jahr

Ungeprüft, aber brandneu und anscheinend mit einem Preis der Jury ausgezeichnet, ist XMind Hier finde ich das Preismodell charmant, ohne etwas über die Software sagen zu können: man kann sich die Basiversion kostenfrei herunterladen und zahlt für die ‘pro-Version’ kulante 35 Euro im Jahr. Die Programm-Fietschrs jedenfalls sehen beeindruckend aus.

Die Evolution auf dem digitalen Mindmapping-Markt geht also zum Nutzen des Benutzers weiter. Coolio.

Ihre Meinung dazu:

Textart: Crash-Report

19.04.2010

Peter Glaser hat sie entdeckt – die Crash-Reports von Garrett Murray zu Photoshop.
Wirklich nett, was man mit einem aufpoppenden Fenster machen kann, das nach einem Crash-Report fragt:

Garret Murray - Crash report

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